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Stand: 08.01.2016

Pressemitteilung

Einladung zum Konzertbesuch

Gruppenbild mit Caritas-Mitarbeitern und den Vertretern der Deutschen Staatsphilharmonie. (von links) Monika Ben Omrane (Caritas), Jochen Keller (Staatsphilharmonie), Klaus Wagner und Peter Lehmann (Caritas) sowie Beat Fehlmann (Staatsphilharmonie).Christine Kraus / Caritasverband für die Diözese Speyer

Am 9. Oktober waren der Intendant der Staatsphilharmonie Beat Fehlmann und der Trompeter Jochen Keller zu Gast, um eine Spende von 600 Euro zu übergeben und Pläne für die Zukunft zu schmieden. "Die Blechbläser und der Schlagzeuger haben ein Konzert gespielt und einen Großteil ihrer Gage gespendet", erklärt Jochen Keller. Er ist einer der Musiker, die schon seit Jahren ehrenamtlich auf der Weihnachtsfeier der Bewohner des Hauses St. Martin musizieren. 2010 habe es schon einmal ein großes Benefizkonzert zugunsten des Förderzentrums gegeben, bei dem eine größere Summe zur Mitfinanzierung der Heizung gespendet wurde.  Von der aktuellen Spende sollen Medikamentenzuzahlungen oder Brillen für die Bewohner finanziert werden.

Peter Lehmann, kommissarischer Leiter des Förderzentrums, und Caritas-Mitarbeiter Klaus Wagner dankten für die großzügige Spende. Wohnungslosigkeit sei ein brennendes Problem, sie könne jeden treffen. "Manche waren in der Gesellschaft ganz oben, waren Professor oder Studienrat. Doch es kann ganz schnell gehen", spricht Lehmann aus langjähriger Erfahrung. Die Menschen würden dann rasch abgestempelt und es sei schwer, aus dieser Lage wieder heraus zu kommen, so Lehmann. Doch genau das möchte das Förderzentrum erreichen. 24 wohnungslose Männer nehmen an einer Resozialisierungsmaßnahme teil. Sie sollen wieder Fuß fassen, Job und Wohnraum finden. Außerdem werden acht Männer in Langzeithilfen betreut. Zusätzlich gibt es fünf Plätze für Frauen, die dezentral untergebracht sind.

"Bei uns im Haus ist ein großes Bewusstsein da, dass wir einen privilegierten Arbeitsplatz haben", sagt Keller, "wenn wir helfen können, tun wir das gerne."  "Dieses Bewusstsein ist das herausragende an diesem Orchester", findet Intendant Beat Fehlmann. Er schlägt vor, die Bewohner des Förderzentrums zukünftig in das Foyer der Staatsphilharmonie zur Weihnachtsfeier einzuladen, sobald der Umbau dort abgeschlossen ist. Dann könne man auch einen schönen Rahmen für die Feier bieten. Ein weiteres Benefizkonzert der Musiker zugunsten des Caritas-Förderzentrums sei durchaus denkbar. Bei der Gelegenheit bot Fehlmann den Mitarbeitern des Caritas-Förderzentrums eine Führung durch die Staatsphilharmonie mit einem Blick hinter die Kulissen an.

Außerdem lädt Fehlmann die Bewohner zum Konzertbesuch ein. Berührungsängste, die wie Klaus Wagner erklärt, die bei den Bewohnern oft da sind, möchten beide Seiten abbauen. "Wir werden das den Bewohnern erklären und bewerben", verspricht der Sozialarbeiter. Jochen Keller könnte sich vorstellen, als eine Art "Reiseführer" zu fungieren, um den Bewohnern vorher schon die Scheu nehmen. "Konzertbesucher können auch in Jeans kommen, das ist heute durchaus üblich", sagte er. Der Konzertbesuch soll sicher keine Pflichtveranstaltung sein, sondern die Bewohner, die sich für Musik interessieren, sollen die Möglichkeit zu einem Konzertbesuch bekommen. Es fordere aber auch engagierte Mitarbeiter, die in ihrer Freizeit mit dabei sind, betonte Lehmann.

Nicht nur für ihn steht fest: Musik rührt alle Menschen an. "Unsere Bewohner bekommen genauso Tränen in den Augen wie ich, wenn Jochen Keller auf seiner Trompete bei unserer Weihnachtsfeier spielt."

Text und Bild: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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