Diözesan-Caritasverband Speyer, 01.09.2017

"Wir nehmen ihre Botschaft mit"

CDU-Vorsitzende Julia Klöckner besucht das Caritas-Förderzentrum St. Martin

Julia Klöckner, Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz und CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag hat auf ihrer Presse-Sommertour unter dem Motto „Sicherheit“ am Dienstag, 29. August, Station gemacht im Caritas-Förderzentrum St. Martin in Ludwigshafen. Das Förderzentrum ist eine Einrichtung der Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes für die Diözese Speyer.

Julia Klöckner interessierte sich besonders für das Frauen-Projekt. Dies ist ein Modellprojekt der Landesregierung für wohnungslose Frauen. „Es gab bis zum vergangenen November in Ludwigshafen kein stationäres Wohnangebot für Frauen, die ihr Zuhause verloren hatten“, erklärte die Leiterin der Abteilung Soziales des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, Barbara Assmann. „Frauen, die im Caritas-Förderzentrum um einen Übernachtungsplatz baten, konnten nur in preiswerten Pensionen für wenige Tage untergebracht werden. Eine weitergehende Unterstützung bekamen sie jedoch nicht.“ Das Land setze nun uns mit dem Caritasverband das Modellprojekt über 30 Monate um. „Denn immer mehr Frauen gehören mittlerweile zu der Gruppe der wohnungslosen Menschen. 20 Prozent der Wohnungslosen sind Frauen. Ihr Anteil steigt genauso, wie der der wohnungslosen Jugendlichen.“ 


v.l. Julia Klöckner, OB Eva Lohse, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat LU und Bundestagskandidat Torbjörn Kartes, stellvertr. CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidat Dr. Peter Uebel, Einrichtungsleiter des CFZ St. Martin Stefan Syren und Leiterin der Abteilung Soziales des Caritasverbandes für die Diözese Speyer Barbara Assmann

„Was für Frauen sind das denn, die wohnungslos werden? Welche Ursachen hat das?“, wollte Julia Klöckner wissen. „Es geht um ein dezentrales stationäres Wohnen für Frauen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten“, erläuterte Assmann. „Das können Schulden sein, häusliche Gewalzt, Suchtprobleme oder psychische Erkrankungen, ein weggebrochenes soziales Umfeld.“ Klöckner interessierte sich stark für das Konzept des Projektes, das Assmann so beschrieb: „Die Frauen erarbeiten gemeinsam mit einer Sozialpädagogin einen Teilhabe- und Hilfeplan und definieren ihr Ziel. Unsere Mitarbeiterinnen begleiten die Frauen bei Behördengängen. Jede Frau erhält sozialpädagogische Beratung plus ein hauswirtschaftliches Training, denn die Frauen sollen möglichst rasch lernen, wieder selbst einzukaufen, sich ihre Mahlzeiten zuzubereiten, ihre Wäsche zu waschen und die Wohnung in Ordnung zu halten“, sie das Konzept. Ziel sei, dass die Frauen nach 12 bis 15 Monaten in die Verselbstständigung gehen können.

Allerdings verschwieg Assmann auch nicht, dass es für die fünf Plätze 40 Anfragen gegeben habe. „Was ist mit den 35 Frauen passiert, die keinen Platz bekommen haben“, wollte eine Journalistin des SWR wissen. „Für das Konzept des dezentralen stationären Wohnens haben wir Frauen im Blick, die noch nicht allzu lange auf der Straße gelebt haben und bei denen sich noch keine hochkomplexen Multiproblemlagen entwickelt haben“, erklärte der Einrichtungsleiter des Caritas-Förderzentrums St. Martin, Stefan Syren. „Es ist ein gutes Konzept für Frauen, die man in der Entwicklung ihrer Ressourcen unterstützen kann und die motiviert sind. Die Kooperation mit Frauenhäusern, psychiatrischen Kliniken, unserem Caritas-Zentrum in Ludwigshafen und der Wohnraumsicherungsbehörde der Stadt ist selbstverständlich gegeben.“ Manche der Frauen, die keinen Platz bekommen haben, habe man weitervermitteln können an diese Kooperationspartner. „Sie können sich das Glück in den Augen der Frauen, die wir in das Projekt aufnehmen konnten, kaum vorstellen“, berichtete er der CDU-Vorsitzenden.

Assmann wie Syren betonten gegenüber Julia Klöckner und den anwesenden Journalisten und Kandidaten für die Bundestagswahl Torbjörn Kartes und Patrick Schnieder, dass die Finanzierung des Angebotes über die Modellphase hinaus noch ungeklärt sei. „Es ist wichtig, dass Sie uns das sagen. Wir nehmen ihre Botschaft mit“, sagte Klöckner. „Es ist uns ein Anliegen, dass Menschen in unserem Land nicht tiefer fallen können, als bis auf ein Niveau, auf dem noch menschenwürdiges Leben möglich ist. Die soziale Ungleichheit darf nicht noch größer werden.“